»Ferment der Zerstörung«

Alle

Volksschichten erklären uns, euer Programm erscheint uns richtig, und nur eines hindert uns mit euch zu gehen, wir verstehen nicht warum ihr

Judengegner seid.

Gibt es nicht auch gute Juden, umgekehrt aber auch

Lumpen unter den Christen?

Seht ihr nicht auch die christlichen Wucherer, Schieber und Ausbeuter, Großkapitalisten und ihre Presse?
Kann der Jude etwas dafür, daß er kein Deutscher, sondern eben Jude ist?

Da erklären wir euch:

Wir bekämpfen jedes Kapital gleich ob jüdisch oder deutsch, wenn es nicht in schaffender Arbeit liegt, sondern im Prinzip des Zinses, des mühe- und arbeitslosen Einkommens überhaupt.
Wir bekämpfen den Juden nicht als alleinigen Träger dieses Kapitals, sondern als den planmäßigen Verhinderer seiner Bekämpfung, sowie als ursprünglichen Begründer dieses Systems.
Wir bekämpfen ihn nicht als einzigen Wucherer, aber als denjenigen, der auf ein Prozent der Bevölkerung 90 Prozent aller Wucherer stellt.
Wir bekämpfen ihn nicht als einzigen Schlemmer in unserer jetzigen Not, aber als denjenigen, der zu 90 Prozent bei wieder nur 1 Prozent Bevölkerungsanteil alle Schlemmerstätten füllt.
Wir bekämpfen ihn aber vor allem, als denjenigen, der es immer versteht, selber unschuldig zu erscheinen und andere hängen zu lassen.

Der in Deutschland Millionen kleiner Hamsterer als

Christliche Schieber

aussuchen läßt, um selber desto sicherer Milliarden verschieben zu können.
Wir bekämpfen ihn vor allem auch als denjenigen, der jedes Gesetz nur solange vertritt, solange andere davon betroffen werden, jede Anwendung aber auf Verbrecher seiner eigenen Rasse als

Judenhetze bezeichnet.

Wir bekämpfen ihn als fremde Rasse nicht weil er kein Deutscher ist, sondern weil er vorschwindelt einer zu sein.
Wir bekämpfen ihn, weil er nach Mommsen ein „Ferment der Zerstörung“ von Staaten und Rassen ist, und während er Staaten zerstört und hungernde Völker als Auswanderer in die Fremde treibt, sich selber als Fremder in diese Staaten setzt.
Wir bekämpfen sein Wirken als

Rassentuberkulose der Völker,

und sind überzeugt, daß Genesung nur eintritt, nach Entfernung des Erregers.

Deshalb fordern wir Euch auf, kommt Alle zur großen öffentlichen Versammlung

Heute Freitag, den 13. August im Hofbräuhausfestsaal (Platzl)

Es spricht Herr Adolf Hitler über:

„Warum sind wir Antisemiten?“

* * * * *

Das Original (gefunden via Holocaust-Referenz):

NSDAP-Plakat

* * * * *

Nachgetragene Handreichungen zur Frage nach dem Zweck dieses Beitrags:

Was weiter oben steht ist zunächst einmal nicht mehr als das Transkript eines NSDAP-Plakates (das übrigens aus dem Jahr 1923 stammt; wer also meint, das darin enthaltene Programm mit den Wirkungen der Weltwirtschaftskrise 1929 ff. erklären zu müssen, der ist klarerweise falsch verbunden).

Aber schon hier, bei dieser ersten publikumswirksamen Hitlerschen Grundlegung des Vernichtungsantisemitismus, sind alle wesentlichen Bestandteile enthalten und am Platz versammelt, die bis auf den heutigen Tag üblich sind.

1. In erster Linie die ökonomische Wurzel des Antisemitismus, die diesen vom religiös motivierten Antijudaismus unterscheidet (wiewohl der Antisemitismus moderner Prägung selbstverständlich seine Requisiten daher bezogen hat): »der Jude« ist es, der hinterm Geld steckt, der die Zirkulation diktiert, der die Spekulation betreibt und damit die rechtschaffene Arbeiterfaust um ihren sauer verdienten gerechten Lohn bringt; der Milliarden »verschiebt«; dem die immerfort gelingende Kapitalakkumulation naturwüchsig innewohnt und der daher die Bekämpfung des Kapitals »planvoll« hintertreibt und verhindert; der als als Zinsparasit und Couponschneider den Reichtum der Nationen raubt und in den »Schlemmerstätten« verfrißt, und so weiter und so fort.

Darin ist sich der Nazi-Faschismus bis zum Ende treu geblieben; so lesen wir im »Politischen Testament« des Herrn Adolf Hitler vom 29. April 1945:

Ich habe aber auch keinen Zweifel darüber gelassen, dass, wenn die Völker Europas wieder nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und Finanzverschwörer angesehen werden, dann auch jenes Volk mit zur Verantwortung gezogen werden wird, das der eigentlich Schuldige an diesem mörderischen Ringen ist: Das Judentum! [Hervorh. jap]

2. Zugleich ist der Antisemitismus aber schon hier auch unmittelbar als Antizionismus gefaßt, der lediglich die politische Schauseite und Darstellung seiner ökonomischen Wurzel ist: Indem »der Jude« in die negative Form des Anti-Subjekts schlechthin gebannt ist, der sich als Fremder unter die wahren und autochthonen Völker nistet (und beispielsweise »vorschwindelt«, ein Deutscher zu sein), ist seine restlose Beseitigung (»Entfernung des Erregers«) die Grundlage jeder wahren nationalen Befreiung, die Voraussetzung jedes »Selbstbestimmungsrechts der Völker« und der erste Schritt, um das »Joch der Fremdbestimmung« abzuschütteln.

3. Und sogar die berühmte »Antisemitismus-Keule« kann man hier schon finden: »Wir bekämpfen ihn vor allem auch als denjenigen, der jedes Gesetz nur solange vertritt, solange andere davon betroffen werden, jede Anwendung aber auf Verbrecher seiner eigenen Rasse als Judenhetze bezeichnet.« — Als »Judenhetze« erscheint gerade die berechtigte und gleiche »Anwendung des Gesetzes« auf den größten und verschlagensten Verbrecher von allen, der es versteht, immer und überall davonzukommen, während er die »christlichen Schieber« und die »Millionen kleiner Hamsterer« hängen läßt.

Nichts anderes ist gemeint, wenn heutzutage der Hinweis auf Antisemitismus als »Herrschaftsinstrument« denunziert wird, das allemal imstand ist, die aufrechten Israelkritiker »mundtot« zu machen.

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Ein Kommentar zu »Ferment der Zerstörung«

  1. tycho sagt:

    Das Ferment der Zerstörung ist allgegenwärtig. Manifestiert es sich gekünstelt in die eine oder andere Richtung, spiegelt es sich dort. Doch ist nicht zwangsläufig so etwas wie eine gerechte Symmetrie zu erwarten. Aber hier verschwimmt es: So konkret Gerechtigkeit erfahrbar sein kann, so diffus ist sie gezeichnet in den Maßstäben, die eine Begrifflichkeit wie Ferment erforderlich erscheinen lassen müsste.

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